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Ideen für ein lebendiges Haselau

Haselau: Ideen für ein lebendiges Dorf

HASELAU. In der Gemeinde Haselau treten mit CDU, SPD und der Freien Wählergemeinschaft Haselau (FWH) drei Parteien bei der Kommunalwahl an. 2008 errangen die Christdemokraten und Freien Wähler je fünf Sitze, die Sozialdemokraten erhielten einen Platz im Gemeinderat. Den Vorsitzenden Rolf Herrmann (CDU), Michael von Malottki (FWH) und Sven Hauenstein (SPD) hat das Wedel-Schulauer Tageblatt fünf Fragen zu ihrem Wahlprogramm gestellt.

Vision 2018 - wofür steht Ihre Partei? Rolf Herrmann (CDU, Foto): "Helmut Schmidt hat einmal gesagt, wer Visionen hätte, solle zum Arzt gehen; die CDU Haselau hat Visionen, die kleinen Gemeinden in unserem Land sollen auch noch 2018 weiter existieren und für ihre Bürgerinnen und Bürger eine Heimat mit Zukunft sein, denn Zukunft fängt zu Hause an." Michael von Malottki (FWH, Foto): "Die FWH möchte auch in Zukunft Haselau als eigenständige Gemeinde erhalten, die mit einer soliden Finanzbasis die strukturellen Voraussetzungen für eine liebenswerte familienfreundliche Gemeinschaft gewährleistet." Sven Hauenstein (SPD): "Die SPD steht für eine familienfreundliche Gemeinde, in der sich Alte und Junge gleichermaßen wohl fühlen und die zukunftssicher aufgestellt ist."

Reichen die vorhandenen Krippen-, Kita- und Tagesmütterplätze aus? Herrmann: "Die beiden Gemeinden Haselau und Haseldorf haben vor dem Neubau der Kita in Haseldorf eine Geburtenanalyse erstellt, die sich natürlich nur auf die Vergangenheit beziehen und zukünftige Entwicklungen nicht hellseherisch prognostizieren kann; danach werden durchschnittlich 21 Kinder in den beiden Gemeinden geboren und da es in der neuen Kita 20 Krippen- , 60 Elementar- und 20 Plätze in einer Kindertagesstätten ähnlichen Einrichtung gibt, sollten diese 100 Plätze den derzeitigen und längerfristigen Bedarf decken können." von Malottki: "Durch den Neubau der gemeinsamen Kindertagesstätte in Haseldorf sind derzeit ausreichend Plätze für die Kinderbetreuung vorhanden." Hauenstein: "Mit dem neuen gemeinsamen Kindergarten in Haseldorf sind wir auf dem richtigen Weg, Synergien nutzen und die Finanzen optimal einsetzen, für den besten Start unseres Nachwuchses. Der heutige Bedarf wird großzügig abgedeckt; wenn die weitere Entwicklung der Gemeinde Anpassungen notwendig macht, werden wir darauf zügig reagieren."

Was halten Sie von offener Ganztagsschule? Herrmann: "Die offene Ganztagsschule wird von vielen Eltern gewünscht, die CDU wird diesen Elternwunsch unterstützen, leider hat der Gesetzgeber bisher keine eindeutigen Vorgaben im Schulgesetz gemacht, so dass die Schulträger bisher nicht wissen, wie die erforderlichen inhaltlichen, baulichen und personellen Änderungen vorgenommen und finanziert werden sollen und wie außerschulische Träger von Bildungs-, Kultur- und Jugendarbeit in die offene Ganztagsschule eingebunden werden können und welche Kosten auf die Eltern übertragen werden können und dürfen; Gespräche mit vielen Einrichtungen, die an Bildung beteiligt sind haben im Vorfeld stattgefunden, leider aber nicht mit den Schulträgern." von Malottki: "Die FWH unterstützt ein nachhaltiges Schulsystem, auf das sich Eltern, Schüler und Gemeinden längerfristig verlassen können; für die Gemeinden sind ständige Änderungen durch die Bildungspolitik des Landes nicht länger tragbar, und wenn die Eltern und die Schule eine offene Ganztagsschule einrichten möchten, wird die FWH dieses unterstützen, aber ein gleichzeitiger finanzieller Ausgleich für bauliche und Ausstattungsmaßnahmen durch die Landesregierung ist zwingend erforderlich." Hauenstein: "Durch das vorhandene Angebot mit einer verlässlichen Grundschule und einem Betreuungsverein sind wir in der glücklichen Lage, sowohl Eltern, die alleinerziehen oder doppelverdienend sind und die Betreuung benötigen, als auch Eltern, die ihre Kinder lieber zu Hause betreuen, gerecht zu werden; das entspricht den Anforderungen an eine verlässliche Ganztagsschule, aber vorrangig sind für uns die Wünsche der Eltern."

Wie wollen Sie die größtmögliche Selbstständigkeit des Dorfes sichern? Herrmann: "Unter den zur Zeit verlauteten Äußerungen der Landesregierung wird dies längerfristig nur sehr schwer möglich sein, da im Finanzausgleich eine Bevorzugung der Zentren aus dem zentralörtlichen System gewollt und angestrebt wird; die kleinen Gemeinden wie Haselau mit etwas über 1100 Einwohnern haben in den landesplanerischen Achsenzwischenräumen kaum eine eigenständige, über das Maß der unbedingten Daseinsvorsorge hinausgehende Entwicklungsmöglichkeit, nur durch Kooperation mit unseren Nachbarn könnte eine Eigenständigkeit erhalten bleiben, wie sie bei der Erhaltung des Amtes Haseldorf in der Vergangenheit erreicht werden konnte." von Malottki: "Durch die Gründung der Verwaltungsgemeinschaft mit der Stadt Uetersen konnten die Verwaltungskosten für das Amt Haseldorf und die Gemeinde Haselau auf den derzeit rechtlich möglichen geringsten Aufwand begrenzt werden. Dadurch ist die Eigenständigkeit der Gemeinde Haselau im Amt Haseldorf derzeit gesichert."
Hauenstein: "Durch eine solide Finanzpolitik, die durch die SPD in den letzten Jahren immer gefördert wurde, ist Haselau in der Lage, auch größere eigene Projekte durchzuführen, wobei die Kooperation mit der Uetersener Verwaltung auch zu der soliden Finanzpolitik gehört; wichtig ist, trotz Kooperationen in der Verwaltung die politische Entscheidung in der Gemeinde zu behalten."

Welches sind die Schwerpunkte in der Finanzpolitik? Herrmann: "Wir werden, wie auch schon in der Vergangenheit, uns bemühen, einen möglichst ausgeglichenen Haushalt zu erreichen, der für die Gemeinde aber noch ausreichenden Spielraum für zukunftsfähige, dem Gemeinwohl dienende Investitionen zulässt, da die Finanzausgleichszahlungen des Landes verstärkt an die zentralen Orte (Städte) gehen sollen; wenn diese Ausgleichszahlungen sich verringern, wird dies für die kleinen Kommunen immer schwieriger werden." von Malottki: "Wir betreiben weiterhin eine solide Haushaltspolitik, die auch strategisch notwendige Infrastrukturmaßnahmen beinhaltet, aber die Nachhaltigkeit für nachfolgende Generationen stets im Blick behält. " Hauenstein: "Die SPD tritt für einen Abbau der Kredite ein, um neue Projekte möglichst ohne fremde Hilfe stemmen zu können. Da sind wir durch die Arbeit der SPD auf dem richtigen Weg. Die Belastungen der Bürger dürfen durch Abgaben an die Gemeinde nicht erhöht werden. Wir leisten uns das, was wir auch bezahlen können."

10.05.2013 Wedel-Schulauer Tageblatt von Andrea Stange