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Haselaus Bürgermeister Rolf Herrmann (CDU) übergibt das Ruder an Peter Bröker

Haselau | Der Kapitän geht von Bord: Mit einem symbolischen Akt hat am Montagabend Rolf Herrmann (CDU) nach 24 Jahren seine Arbeit als Bürgermeister der Gemeinde Haselau beendet. Der Christdemokrat überreichte seinem zuvor bei nur einer Enthaltung einmütig gewählten Nachfolger Peter Bröker ein Steuerrad, das er seinerzeit zur Amtsübernahme geschenkt bekommen hatte. Zudem bekam Bröker die 2017 beim „Kampf der Giganten“ während des Dorffests von Haseldorf errungene „Große Glocke“ und „die Insignien der Macht“, wie Herrmann in altbekannter humorvoller Art frotzelte. Weil Haselau keine Amtskette habe, sei das das Schlüsselbund, also quasi der Schlüssel zur Macht, unter anderem für das Amtshaus in Moorrege.

Die Ratssitzungen in Haselau sind traditionell von Harmonie geprägt. Das zeigte sich auch bei der Konstituierung im Saal des Haselauer Landhaus, die von etwa 15 Zuhörern verfolgt wurde. Die Besetzung der wichtigen Posten waren im Vorfeld interfraktionell festgezurrt worden. Marco Küchler, bisher Fraktionsvorsitzender der Freien Wählergemeinschaft Haselau (FWH), wurde einstimmig zum neuen Ersten Stellvertretenden Bürgermeister gewählt. Seinen Platz in der Fraktion übernimmt der Newcomer Bernd Ossenbrücken, dessen Stellvertreter Michael Reiß wurde, der ebenfalls neu dabei ist. Ebenfalls einmütig wurde Marten Plüschau (CDU) zum Zweiten Stellvertretenden Bürgermeister gewählt.

Zugriff auf den Finanzausschuss hatte die FWH und setzte auf Harald Jürgs als Vorsitzenden, der zudem auch den Chefposten des Umweltausschusses übernimmt. Den Schul-, Sport-, Kultur- und Sozialausschuss hatte die CDU gewählt und machte Gunnar Mohr zum Chef. Zugriffsrecht auf den Bau-, Wege-, und Planungsausschuss hatte die CDU, Voristzender ist Hans-Werner Wulff.

Die Ehrung und Verabschiedung langjähriger Weggefährten durfte Herrmann ein letztes Mal übernehmen. Sein Parteifreund Gunnar Mohr bekam eine Auszeichnung für fünfjährige Zugehörigkeit im Rat sowie zuvor als Bürgerliches Ausschussmitglied, Marco Küchler für zehnjährige Ratszugehörigkeit und zuvor fünfjährige Mitarbeit als Bürgerlicher. Seit zwei Jahrzehnten arbeitet Annette von Malottki als Bürgerliches Mitglied im Umweltausschuss mit. Jonny Carstens (CDU) schied als bürgerliches Mitglied eben so aus, wie Uwe Schättiger, der insgesamt 19 Jahre als Ratsmitglied und Bürgerliches wirkte.

Auch zwei weiter Urgesteine sind nun im politischen Ruhestand. Über Gunther Küchler (FWH) sagte Herrmann: „Er ist eigentlich eine Institution.“ Küchler gelang 1986 mit der FWH ein Sensationssieg gegen die CDU-Mehrheitsfraktion und war acht Jahre lang Bürgermeister, bis er das Amt von Herrmann abgejagd bekam. „Er ist einer der wenigen, der den Haushalt gelesen hat und jedes falsche Komma entdeckt“, lobte der Christdemokrat. Und er räumte ein: „Anfänglich haben wir nicht gut zusammengearbeitet, aber das hat sich gegeben. Das ist nicht selbstverständlich.“ Adieu sagte auch Rudolf Zilles, der seit 1982 ununterbrochen für die SPD im Rat saß. Zilles sei als Mann der klaren Worte und der Geradlinigkeit bekannt. „Wir haben ihn manchmal verflucht, aber er hat eigentlich immer recht behalten“, lobte Herrmann. Und bedauerte, dass es nun keine SPD mehr im Dorf gibt.

Von Andrea Stange
Wedel-Schulauer Tageblatt, Uetersener Nachrichten 13.06.2018
Quelle: https://www.shz.de/20118827 ©2018